PV-Anlage Teil 2: 264 € statt 1.200 € pro kWp – die Komponenten

Im ersten Teil dieser Serie ging es um die Komponenten meiner 8,46-kWp-Photovoltaikanlage – also darum, was ich verbaut habe und wie die einzelnen Komponenten zusammenspielen. Die nächste Frage liegt damit eigentlich auf der Hand: Wo bekommt man die Komponenten her und was kostet eine solche Anlage tatsächlich?

Genau hier unterscheiden sich die Wege teilweise erheblich. Du kannst eine PV-Anlage komplett von einem Fachbetrieb planen und installieren lassen, die einzelnen Komponenten selbst zusammenstellen oder – wie ich selbst ganz am Anfang – zunächst mit einem einfachen Balkonkraftwerk starten.

In diesem Teil geht es deshalb vor allem um Beschaffung, Preise und meine eigenen Kosten. Die Frage, welche Arbeiten ich selbst übernommen habe und wo die Grenze zur Fachkraft verläuft, kommt dann im dritten Teil der Serie.

Die drei Wege zur eigenen Photovoltaikanlage

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Wege, wie du zu einer eigenen Solaranlage kommst. Sie unterscheiden sich nicht nur beim Preis, sondern auch beim eigenen Aufwand und bei der Verantwortung für Planung und Umsetzung:

  • Komplettpaket vom Fachbetrieb – Planung, Komponentenauswahl, Montage, Elektroinstallation und Anmeldung kommen aus einer Hand. Dafür zahlst du einen Gesamtpreis und hast einen festen Ansprechpartner für die Umsetzung.
  • Einzelkomponenten selbst zusammenstellen – Module, Wechselrichter, Speicher, Unterkonstruktion und weiteres Zubehör werden separat gekauft. Planung und Koordination liegen dabei weitgehend bei dir. Genau diesen Weg bin ich bei meiner Anlage gegangen.
  • Fertiges Balkonkraftwerk-Set – ein vorkonfiguriertes Set aus Modulen, Wechselrichter und Zubehör. Der Einstieg ist vergleichsweise einfach und die Investition deutlich kleiner als bei einer klassischen Dach- oder Flachdachanlage.

Die drei Varianten lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres über den Preis pro Kilowattpeak vergleichen. Ein Komplettpaket vom Fachbetrieb enthält neben den Komponenten auch Arbeitsleistung, Montage, Elektroinstallation, Anmeldung und weitere Leistungen. Bei einer selbst zusammengestellten Anlage vergleichst du dagegen zunächst vor allem die reinen Hardwarekosten.

Was kostet eine Photovoltaikanlage vom Fachbetrieb?

Der einfachste Weg ist gleichzeitig der, bei dem du am wenigsten selbst organisieren musst: Du beauftragst einen Fachbetrieb mit der kompletten Anlage. Dafür erhältst du in der Regel ein Gesamtangebot, das neben den Komponenten auch Planung, Montage und die erforderlichen Elektroarbeiten umfasst.

Die tatsächlichen Preise hängen dabei von vielen Faktoren ab – unter anderem von der Anlagengröße, den verwendeten Modulen und Wechselrichtern, der Dachform, dem Montageaufwand und den regionalen Kosten. Auch ein Speicher verändert den Gesamtpreis deutlich.

Für aktuelle Markt- und Kostenentwicklungen lohnt sich deshalb ein Blick in den regelmäßig aktualisierten Photovoltaics Report des Fraunhofer ISE. Dort werden unter anderem Preisentwicklungen und Kostenstrukturen von PV-Systemen betrachtet.

Für eine Anlage in der Größenordnung meiner eigenen 8,46 kWp können sich daraus schnell mehrere tausend Euro Unterschied ergeben. Deshalb lohnt es sich, Angebote nicht nur anhand des Gesamtpreises zu vergleichen, sondern auch darauf zu achten, welche Komponenten und Leistungen tatsächlich enthalten sind.

Was meine selbst zusammengestellte Anlage gekostet hat

Bei mir sieht die Rechnung deutlich anders aus. Ich habe die Anlage nicht als Komplettpaket bestellt, sondern die einzelnen Komponenten selbst zusammengestellt und beschafft.

Für Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion und Verkabelung habe ich insgesamt 2.232,85 € bezahlt. Der Batteriespeicher kommt separat dazu und hat bei mir 1.189 € gekostet.

Bezieht man die Kosten von 2.232,85 € auf die installierte Modulleistung von 8,46 kWp, ergibt sich ein Hardwarepreis von rund 264 € pro kWp.

Wichtig: Diese Zahl ist kein Vergleichspreis für eine schlüsselfertige PV-Anlage. Sie beschreibt ausschließlich meine tatsächlichen Hardwarekosten für die PV-Seite. Arbeitszeit, Planung, eventuell notwendige Facharbeiten und weitere Kosten sind darin nicht vollständig enthalten.

Genau darin liegt aber auch der große Unterschied zu einem Komplettangebot. Als ambitionierter Heimwerker habe ich einen großen Teil der vorbereitenden Arbeiten selbst übernommen – unter anderem die Montage der Module auf der Unterkonstruktion, die Verkabelung der Module und die Leitungsführung bis zur neuen Unterverteilung in der Garage.

Den Teil der Elektroinstallation, für den ein entsprechender Fachbetrieb erforderlich war, hat ein befreundeter Elektriker übernommen. Welche Arbeiten ich dabei selbst durchgeführt habe und wo die Grenze zur Elektrofachkraft verläuft, ist deshalb ein eigenes Thema – und genau darum geht es im dritten Teil dieser Serie.

Was meine Solarmodule gekostet haben

Besonders deutlich wird der Preisunterschied bei den Modulen. Für meine 18 AIKO-A-MAH54Dw Neostar 2P+ Glas-Glas-Module mit jeweils 470 Watt habe ich insgesamt rund 970 € bezahlt.

Ein Teil des günstigen Preises lag dabei am Staffelrabatt, den ich aufgrund der größeren Stückzahl erhalten habe. Das zeigt ganz gut, warum sich bei einer selbst zusammengestellten Anlage der Vergleich mehrerer Händler lohnen kann.

Gleichzeitig sollte man sich nicht nur vom niedrigsten Preis leiten lassen. Bei Solarmodulen spielen unter anderem Hersteller, Produktgarantie, Leistungsgarantie, Lieferbedingungen und die Frage eine Rolle, wie unkompliziert sich ein möglicher Garantiefall später abwickeln lässt.

Woher bekommt man die Komponenten?

Wer seine PV-Anlage selbst zusammenstellt, steht relativ schnell vor der nächsten Frage: Wo kauft man die einzelnen Komponenten überhaupt?

Aus meiner eigenen Beschaffung haben sich dabei vier typische Bezugsquellen ergeben:

  • Lokaler Fachbetrieb oder Elektroinstallateur – persönlicher Ansprechpartner und Unterstützung vor Ort. Dafür sind die Preise einzelner Komponenten häufig höher als beim spezialisierten Onlinehandel.
  • Überregionale PV-Fachhändler und Großhändler – große Auswahl an Markenkomponenten und häufig attraktive Preise. Bei größeren Stückzahlen sind teilweise Staffelpreise möglich.
  • Online-Marktplätze – hier finden sich teilweise sehr günstige Angebote. Gleichzeitig sollte man genauer auf Händler, Lieferbedingungen, Verpackung und Garantieabwicklung achten.
  • Spezialisierte Händler für einzelne Komponenten – besonders interessant, wenn du beispielsweise eine bestimmte Unterkonstruktion oder ein spezielles Montagesystem benötigst.

Ich habe mich letztlich für eine Kombination entschieden: Module und Wechselrichter kamen über einen PV-Fachhändler, während ich die Unterkonstruktion separat über SolarSale24 bezogen habe. Dort war genau das für mein Flachdach passende Auflastsystem verfügbar.

Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist der höhere Koordinationsaufwand. Dafür kann ich die Komponenten unabhängig voneinander auswählen und muss nicht das komplette System so nehmen, wie es ein Anbieter zusammengestellt hat.

Balkonkraftwerk als Einstieg in die Photovoltaik

Wer zunächst klein anfangen möchte, für den kann ein Balkonkraftwerk ein unkomplizierter Einstieg in das Thema Solarstrom sein. Auch bei mir hat die eigene PV-Geschichte genau dort begonnen.

Mein Einstieg war ein Solarway-Komplettset mit 1.000 Wp Modulleistung und 800-W-Wechselrichter. Für mich war das eine einfache Möglichkeit, erste Erfahrungen mit Eigenverbrauch, Ausrichtung und der tatsächlichen PV-Leistung im Alltag zu sammeln.

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Fertige Sets bestehen typischerweise aus einem oder mehreren Solarmodulen, einem passenden Wechselrichter und dem notwendigen Zubehör. Dadurch entfällt ein großer Teil der Planung, die bei einer individuell zusammengestellten Anlage notwendig ist.

Für die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen bei Steckersolargeräten ist die Bundesnetzagentur eine gute Anlaufstelle. Dort werden unter anderem die derzeit geltenden Leistungsgrenzen und Sonderregelungen für Steckersolargeräte erläutert.

Auch preislich liegt ein Balkonkraftwerk natürlich deutlich unter einer größeren PV-Anlage. Dafür ist die verfügbare Leistung entsprechend begrenzt und das System verfolgt ein anderes Ziel: möglichst unkompliziert Solarstrom für den eigenen Haushalt zu erzeugen.

Für mich war genau diese niedrige Einstiegshürde interessant. Erst kam das Balkonkraftwerk, später die Wärmepumpe und schließlich die größere Photovoltaikanlage. Rückblickend war das Balkonkraftwerk damit mein Einstieg in das gesamte Thema Energieerzeugung und Eigenverbrauch.

Meine Kosten im Überblick

Position Meine Kosten Anmerkung
18 × AIKO 470-W-Module ca. 970 € inkl. Staffelrabatt
GoodWe GW10KN-ET Plus 16A ca. 599 € 10-kW-Wechselrichter
Unterkonstruktion ca. 498 € Flachdach-Auflastsystem
Verkabelung und Kleinteile ca. 166 € PV-seitige Komponenten
PV-Hardware gesamt 2.232,85 € ohne Speicher
GoodWe Lynx Home D 5.0-10 1.189 € 5-kWh-Speicher, separat

Damit komme ich für die reine PV-Hardware auf rund 264 € pro kWp. Mit dem Batteriespeicher lag meine Investition für diese Komponenten entsprechend höher.

Ein Teil der Position „Verkabelung und Kleinteile“ bestand bei mir aus Solarkabel und passenden PV-Steckverbindern. Genau solche Kleinteile gehen bei der ersten Kalkulation schnell unter, obwohl sie am Ende trotzdem benötigt werden.

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Die konkreten Kleinteile meiner Anlage zeige ich ausführlicher im ersten Teil der Serie. Dort findest du auch die übrigen Komponenten und den Aufbau meiner Anlage.

Die Zahlen zeigen vor allem eines: Eine selbst zusammengestellte Anlage kann bei den reinen Materialkosten deutlich günstiger ausfallen als ein schlüsselfertiges Komplettpaket. Allerdings muss man dafür Zeit in Planung, Beschaffung und Koordination investieren und die Kosten für erforderliche Facharbeiten zusätzlich berücksichtigen.

Wenn du anschließend nicht nur wissen möchtest, was die Anlage gekostet hat, sondern auch, wie sich die Investition im laufenden Betrieb wieder amortisiert, habe ich dafür einen eigenen Artikel geschrieben: PV-Amortisation in Home Assistant: die Formel im Detail.

Vom PV-Erzeuger zum intelligenten Energiesystem

Die PV-Anlage ist bei mir allerdings nicht das Ende der Geschichte. Entscheidend ist für mich inzwischen nicht mehr nur, wie viel Strom die Anlage erzeugt, sondern was mit diesem Strom passiert.

Genau daraus ist mein PV-Lastmanagement mit Home Assistant entstanden. Überschüssiger Solarstrom wird dabei unter anderem für Warmwasser und Heizung genutzt, bevor er einfach ins Netz abgegeben wird.

Sobald mehrere Verbraucher gleichzeitig auf den PV-Überschuss zugreifen, wird außerdem eine Priorisierung wichtig. Wie ich mehrere Verbraucher in Home Assistant konfliktfrei priorisiere, habe ich deshalb ebenfalls separat beschrieben.

Ein weiterer Baustein ist die Prognose. Mit Solcast in Home Assistant kann ich nicht nur auf den aktuellen Überschuss reagieren, sondern zusätzlich berücksichtigen, wie viel PV-Ertrag im weiteren Tagesverlauf zu erwarten ist.

Und auch die Wärmepumpe spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie ich meine Daikin Altherma mit Home Assistant überwache und über PV-Überschuss steuere, zeige ich in meiner ESPAltherma-Serie.

Der Batteriespeicher ist dabei ein weiterer Baustein. Meine Erfahrungen mit der Einbindung des GoodWe GW10KN-ET und der Lynx Home D Batterie in Home Assistant habe ich im Artikel GoodWe Wechselrichter und Batterie verbinden dokumentiert.

Worauf du beim Kauf von PV-Komponenten achten solltest

Unabhängig davon, ob du einzelne Komponenten kaufst oder ein Komplettangebot vergleichst, würde ich nicht ausschließlich auf den Preis schauen. Gerade bei einer Anlage, die viele Jahre laufen soll, sind einige Punkte besonders wichtig:

  • Garantiebedingungen vergleichen: Bei Modulen solltest du zwischen Produktgarantie und Leistungsgarantie unterscheiden. Auch beim Wechselrichter lohnt sich ein genauer Blick auf die Dauer und Bedingungen der Herstellergarantie.
  • Technische Anforderungen prüfen: Wechselrichter und weitere Komponenten müssen für den vorgesehenen Einsatz geeignet sein und die für den Netzanschluss erforderlichen technischen Anforderungen erfüllen.
  • Auf den Hersteller achten: Bei einem Wechselrichter oder Batteriespeicher spielt nicht nur der Anschaffungspreis eine Rolle. Auch Service, Ersatzteile, Firmware-Updates und die langfristige Verfügbarkeit des Herstellers können relevant sein.
  • Lieferumfang kontrollieren: Ein vermeintlich günstiges Angebot kann am Ende teurer werden, wenn wichtige Kabel, Stecker, Befestigungsmaterial oder andere Komponenten separat gekauft werden müssen.
  • Mehrere Anbieter vergleichen: Gerade bei größeren Mengen können sich deutliche Preisunterschiede ergeben. Bei meinen Modulen hat sich beispielsweise der Vergleich verschiedener Angebote und der Staffelrabatt ausgezahlt.

Fazit: Selber zusammenstellen kann sich rechnen

Meine eigene PV-Anlage zeigt ziemlich deutlich, wie groß der Unterschied zwischen einer schlüsselfertigen Anlage und einer selbst zusammengestellten Lösung bei den reinen Materialkosten sein kann.

Mit 2.232,85 € für 8,46 kWp PV-Hardware lag mein eigener Materialpreis bei rund 264 € pro kWp. Möglich wurde das vor allem durch die Auswahl der Komponenten, den Vergleich verschiedener Anbieter, einen Staffelrabatt bei den Modulen und dadurch, dass ich einen großen Teil der vorbereitenden Arbeiten selbst übernommen habe.

Das bedeutet allerdings nicht, dass eine selbst zusammengestellte Anlage automatisch für jeden die richtige Lösung ist. Wer möglichst wenig Aufwand haben möchte, bekommt mit einem Komplettangebot vom Fachbetrieb Planung, Montage und technische Abwicklung aus einer Hand. Wer dagegen bereit ist, sich intensiv mit der eigenen Anlage zu beschäftigen, kann durch die Einzelbeschaffung deutlich mehr Einfluss auf die verwendeten Komponenten und die Materialkosten nehmen.

Damit sind wir bei der nächsten entscheidenden Frage: Was davon kann ich als technisch versierter Heimwerker sinnvoll selbst übernehmen – und wo sollte die Elektrofachkraft ran?

Genau darum geht es in Teil 3: PV-Anlage selber montieren – Eigenmontage vs. Fachbetrieb.

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